Liebe Kolleginnen und Kollegen,
In der letzten Woche musste die E-Com-Geschäftsführung vor Gericht der Weiterbeschäftigung
der kämpferischen Kollegen Manuel Ludwig und Heidi Schraner zustimmen!
Schon einige Tage vorher hatte die Kollegin Michaela Blume den gleichen Bescheid erhalten.
Das ist ein großer Erfolg der Solidaritätsarbeit und zeigt:
Wir Arbeiter können unsere Ziele erreichen, wenn wir uns
gemeinsam aktiv für unsere Interessen engagieren!
Bei Diplomat hat ein "teilweiser Betriebsübergang" statt gefunden.
Dass mussten die Anwälte auch diesmal, wie schon in zwei vorangegangenen Gerichtsverhandlungen
anderer Kollegen, zähneknirschend zugestehen.
Das heißt auf deutsch: Nur ein Teil der Abteilung wurde geschlossen,
für die Entlassenen wurden Kollegen als Leihpersonal angeheuert und Neueinstellungen zu
schlechteren Bedingungen vorgenommen.
Herlitz hatte im Windschatten der Insolvenz versucht, Arbeiter,
die sich aktiv gegen die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit
eingesetzt hatten, loszuwerden. Das waren politische motivierte Kündigungen und damit sind
sie gründlich gescheitert!
Der Unternehmeranwalt von E-Com staunte nicht schlecht, als vor Gericht am 20. Februar die
Besucherränge voll besetzt waren. Das war ein Ergebnis der Arbeit unseres Solidaritätskreises.
Eine Reihe Betroffener, Kollegen aus dem Betrieb, Freunde
und Gewerkschafter, hatten monatelang vor Herlitz - Betrieben in Falkensee und Tegel, an den
Borsighallen und beim Frauenpolitischen Ratschlag in Düsseldorf,
500 Unterschriften gesammelt.
Dabei wurden wir auch von unserer Gewerkschaft Ver.di unterstützt,
die einen Raum für Treffen zur Verfügung stellte und Rechtsschutz gewährte.
Dreistes Spaltungsmanöver!
Jetzt muss es darum gehen, das die Drei auch wieder in den Betrieb kommen denn bisher sind sie
"bezahlt freigestellt". Der Unternehmer-Rechtsanwalt versuchte schon vor Gericht zu spalten und
behauptete, dass man nun andere Kollegen entlassen müßte, und sie darum nicht wieder in den
Betrieb kommen würden.
Aber gerade jetzt brauchen wir kämpferische Kollegen, denn die Antreiberei, der Druck und die
Überstundenschieberei haben zugenommen.
Das für die beiden Kollegen Manuel und Heidi andere enlassen werden müssten, ist eine
Unverschämtheit und stellt die Wahrheit auf den Kopf:
Die Herlitz-Bosse haben seit dem Insolvenzantrag über 120
Kollegen gefeuert. Ganz im Sinne des Hartz-Konzepts der Regierung, wurde die Leiharbeit
gesteigert, mit der Kollegen als eine Art moderne Sklavenarbeiter unter Tarif in die Betriebe
geschickt werden.
Das soll die Flexibilisierung in den Betrieben, den allgemeinen Lohnabbau, die
Spaltung der Belegschaften und die Aushöhlung des Kündigungsschutzes vorantreiben.
Das machen wir nicht mit!
Unsere Forderungen lauten:
*Für die Wiedereinstellung aller entlassenen Kollegen bei Herlitz !!
*Umwandlung der Leiharbeits- und Zeitverträge in Festverträge !!
*Kampf gegen die Flexibilisierung der Arbeitszeit !!
*Für freie gewerkschaftliche und politische Betätigung im Betrieb!!
*Kampf um jeden Arbeitsplatz!!
*Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!!
Stand der Solidaritätsunterschriften am 3.3.03:
500
Kontakt : Achim Sawall, Tel.: 030 / 6186927 oder 0177 - 6186927